Internationales Jahr der Artenvielfalt
Von der Klimaerwärmung bis zur Ausbreitung fremder Arten: Die Gründe, warum die biologische Vielfalt von Tieren und Pflanzen abnimmt, sind vielfältig. Um darauf aufmerksam zu machen, haben die Vereinten Nationen das „Internationale Jahr der Artenvielfalt“ ins Leben gerufen.
Haben Sie schon einmal überlegt, wie viele Lebewesen auf der Erde leben? Sie können nur schätzen? Dann geht es Ihnen wie den ExpertInnen. Denn auch sie gehen von einer ungefähren Zahl aus. Aktuell liegt sie bei 15 Millionen, davon sind allerdings erst zwei Millionen beschrieben. Und manche werden nie erfasst werden, denn – ebenfalls Schätzungen zufolge – sterben täglich 130 Arten aus. Die häufigsten Gründe dafür sind Klimaerwärmung, Verschmutzung der Lebensräume, Überdüngung, Überfischung, Jagd, Ausbeutung der Ressourcen sowie die Ausbreitung fremder Arten. Um weltweit darauf aufmerksam zu machen, haben die Vereinten Nationen 2010 zum „Internationalen Jahr der Artenvielfalt“ erklärt.
Von Bison bis Löffelkraut
Das Aussterben von Tieren muss nicht unbedingt mit Klassikern wie Mammut und Säbelzahntigern verbunden sein. Betroffen davon sind auch heimische Arten wie der Wisent, auch europäischer Bison genannt. Bis auf einige Exemplare in Zoos gibt es ihn seit rund 1.000 Jahren nicht mehr. Ähnlich verhält es sich mit dem Auerochsen, der vor etwa 500 Jahren – bis auf einige Nachzüchtungen – eliminiert wurde. Ebenso nicht mehr vorhanden sind Fischadler, frei lebende Wildkatzen sowie Wölfe oder – ein Beispiel aus der Planzenwelt – das dickwurzelige Löffelkraut. Einst eine kulinarische Spezialität, ist es heute nur noch in botanischen Gärten zu sehen.
Geschützte Arten in Wien
Wenn der Lebensraum bedrohter Arten weiterhin schwindet, wird die Anzahl ausgestorbener Tiere und Pflanzen weltweit weiter ansteigen. In Österreich gelten rund 4.000 Arten als gefährdet. Nicht zuletzt deshalb stehen manche Arten unter besonderem Schutz. Welche das in Wien sind, steht in der Wiener Naturschutzverordnung, wobei zwischen den Gefährdungsgraden „geschützte“, „streng geschützte“ oder „prioritär bedeutende“ Arten unterschieden wird. Zu den „streng geschützten“ Arten zählen zum Beispiel Fledermäuse, ein Großteil der Vögel, die Mauereidechse, die Schlingnatter, Fische oder der Hirschkäfer.
Apropos Fledermaus: Wien ist eine der fledermausreichsten Großstädte Europas. Von den 26 in Österreich vorkommenden Arten leben allein 21 in der Hauptstadt – von der Mopsfledermaus über das Große Mausohr bis hin zum Kleinen Abendsegler. Sie alle stehen unter strengem Naturschutz. Für einige dieser Arten hat sich die Stadt Wien sogar verpflichtet, Artenschutzprojekte im Rahmen des Wiener Arten- und Lebensraumschutzprogramms „Netzwerk Natur“ durchzuführen.