Für Top-Leistungen braucht man optimale Rahmenbedingungen. „Forschen & Entdecken“ besuchte drei Forschungs-Cluster in Wien, London und Barcelona - jeweilis Vorzeige-Modell ihres Landes.
00
Campus Vienna Biocenter: Der Biotech-Standort in Wien-Erdberg entwickelte sich im Lauf der Jahre zu einem Hotspot in der Wiener Forschungslandschaft. Den Anfang machte das Institut für Molekulare Pathologie (IMP) von Boehringer Ingelheim. Die deutsche Pharmafirma bekam 1985 von der Stadt Wien eine Liegenschaft zur Verfügung gestellt, wo sie ihr Forschungszentrum errichtete. Seit der Gründung des IMP wurden mehr als 1.500 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht und rund 100 Patente angemeldet.
1992 zogen die Biotech-Departments der Uni Wien in ein Haus in der unmittelbaren Nachbarschaft. 2005 vereinigten sie sich mit dem Department für Biochemie der Meduni Wien zu den Max F. Perutz Laboratories. Die Uni-Departments leisten vorwiegend Grundlagenforschung, etwa in den Bereichen Zellkommunikation, Infektions-, RNA- oder Chromosomen-Biologie.
Das Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) und das Gregor Mendel Institute (GMI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gesellten sich 1999 bzw. 2000 dazu. Am IMBA suchen die WissenschafterInnen unter der Leitung des Forscher-Stars Josef Penninger nach molekularbiologischen Ursachen für bestimmte Krankheiten und nach Wegen, diese zu bekämpfen.
Am GMI konzentrieren sich die ForscherInnen auf die Biologie von Pflanzen und hoffen, so Neues über molekulare Mechanismen bei Pflanzen und in weiterer Folge beim Menschen herauszufinden.
Imperial College London: Das private Elite-Institut beschäftigt rund 3.000 akademische MitarbeiterInnen, drei Viertel davon sind so genannte 5-Stern-WissenschafterInnen. Das ist ein internationaler Topwert. Und in Großbritannien ist die Uni damit klar die Nummer eins.
Das Londoner St. Mary’s Hospital ist eines von fünf Krankenhäusern, die vom Imperial College Healthcare NHS Trust betrieben werden, und beheimatet einen Teil der medizinischen Fakultät des Imperial College. Die Fakultät ist eine der größten Europas. Mehr als 700 ihrer Mitglieder arbeiten aktiv in der Forschung, wofür ihnen jährlich mehr als 140 Millionen Pfund zur Verfügung stehen.
Barcelona Biomedical Research Park: Im Süden Spaniens setzt man auf großzügige Architektur. Am Barcelona Biomedical Research Park arbeiten 1.200 ForscherInnen unter einem Dach. Das Zentrum für biomedizinische Forschung bietet den sechs dort angesiedelten Instituten eine gemeinsame Forschungs-Infrastruktur und vernetzt diese – nicht zuletzt dank kurzer Wege innerhalb desselben Gebäudes – untereinander.
Die Errichtung des 2006 eröffneten Neubaus kostete der katalanischen Regionalregierung 120 Millionen Euro. Großer Pluspunkt: Das weithin sichtbare Bauwerk liegt direkt am Meer. So können die ForscherInnen jederzeit an den Strand gehen bzw. einen Sprung ins Wasser machen. Im weltweiten Wettbewerb um die besten Köpfe kein unwesentlicher Standortvorteil.